Kreisfeuerwehrverband Frankfurt am Main 1869 e.V.

„Unser Ziel heißt Innovation!“

Ein 14-Stunden-Einsatz

PREUNGESHEIM Löscharbeiten am Speditionshof enden erst um 8 Uhr am nächsten Morgen 

Die dichten Rauchsäulen, die aus den Lichtschächten kommen, sieht man noch Kilometerweit entfernt. Foto: Fünfvision.MediaNoch am Montagmittag mischt sich Brandgeruch mit dem Frühlingsblütenduft in der Straße Am Dorfgarten. In der Nacht davor hatte es in der Tiefgarage der Speditionsfirma Hoffmann gebrannt. Ein Mitarbeiter möchte sich nicht äußern. "Wir sind noch geschockt", sagt er nur. 

Die Polizei untersucht da noch immer die Kellerräume. Sie wird die Brandursache an diesem Tag nicht feststellen können. "Im Zuge der weiteren Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung werden im Laufe der Woche Brandermittler des Hessischen Landeskriminalamtes die Brandstelle gutachterlich in Augenschein nehmen", wird die Polizei am Montagabend mitteilen. 

Sonntagabend, gegen 17.30 Uhr, war die Feuerwehr nach Preungesheim gerufen worden. Dichter Rauch war aus den Lichtschächten an den Seiten des Gebäudes aus dem Keller aufgestiegen, erzählt der Anwohner Robert Klebokowski. Noch mehrere Kilometer entfernt sah man die Rauchsäule. Anwohner wurden aufgefordert, ihre Fenster zu schließen - Gefahr bestand für sie aber nicht, heißt es von der Feuerwehr. Zur Sicherheit gab die Polizei auch eine Rundfunkwarnung heraus, weil der Qualm den Verkehr auf der Autobahn 661 beeinträchtigen könnte.

"Feuerwehr war sehr gut organisiert"

Klebokowski wohnt in unmittelbarer Nähe der Speditionsfirma. "Ich hatte Angst, dass sich der Brand ausbreitet". In dem Rauch seien auch Funken gen Himmel geflogen. Sie hätten einen Baum in Flammen setzen können, dessen Äste über die Straße ragen, oder das Holz der alten Pferde-ställe auf der anderen Straßenseite. Als Klebokowski seinen Dienstwagen wegfahren wollte, um der Feuerwehr Platz in der engen Straße zu machen, war es zu spät. Die Rettungskräfte hatten in kurzer Zeit schon ihre Wasserpumpen und Gerätschaften aufgebaut. Der Anwohner war beeindruckt. "Die Feuerwehr war sehr gut organisiert."

Insgesamt 239 Feuerwehrmänner- und Frauen mit 61 Fahrzeugen waren an dem Einsatz beteiligt. Die Frankfurter Berufsfeuerwehr und 13 Freiwillige Feuerwehren etwa aus den Stadtteilen Bergen-Enkheim, Seckbach und Schwanheim. Einer der Feuerwehrmänner erlitt eine Rauchvergiftung. Auch die Freiwillige Feuerwehr aus Hochheim unterstützte die Löscharbeiten, unter anderem mit einem Radlader. 

Die Fußspuren an der Fassade gehören zu den wenigen von außen sichtbaren Folgen des Brandes. Foto: ReinhardtDen brauchte es. Denn neben drei Motorrädern, 16 Autos - die meisten Oldtimer - wurden in den Kellerräumen jede Menge Akten gelagert. "Sie standen beim Eintreffen der Feuerwehr größtenteils in Flammen", sagt Wehrsprecher Rainer Heisterkamp. Mit dem Radlader schafften die Rettungskräfte die Akten nach draußen, damit sie nicht immer wieder Feuer fingen. Ausgebreitet liegen die stinkenden, verkohlten Aktenordner noch am nächsten Tag auf dem Speditionshof. Gegen 22 Uhr hatte die Feuerwehr die Flammen zwar unter Kontrolle, dennoch zeichnete sich für die Rettungskräfte ab, dass die Arbeit noch einige Stunden andauern würde. 

Kurz vor 3 Uhr am Montagmorgen deckte die Feuerwehr die Akten, die noch im Keller waren, mit einer Schwerschaumdecke ab, damit sich die Papiere nicht erneut entzünden können. Danach übergab die Feuerwehr den Brandort der Polizei. 

Im Laufe des frühen Morgens kontrolliert die Feuerwehr noch einmal, "ob sich keine Glutnester erhalten haben" wie ein Feuerwehrsprecher sagt. Gegen 8 Uhr konnte der Einsatz dann endgültig abgeschlossen werden. Den Sachschaden schätzen die Ermittler auf mindestens 500 000 Euro.Friedrich Reinhardt