Kreisfeuerwehrverband Frankfurt am Main 1869 e.V.

„Unser Ziel heißt Innovation!“

Kühler Kumpel

Roboter unterstützt Feuerwehr bei Tunnelbrand

Frankfurter Rundschau vom 26. Juli 2007

VON HANS-JÜRGEN BIEDERMANN

An der Feuerfront haben Frankfurts Brandschützer jetzt einen elektronischen Bundesgenossen. Seit gestern wartet ein ferngesteuerter Roboter mit Kettenantrieb auf seinen ersten Einsatz.

Im Feuerwehrzentrum am Marbachweg hat "LUF 60" bei einer Demonstration schon mal gezeigt was er kann: Er ist Entlüftungsmaschine, Wassernebelwerfer und Kletterkünstler zugleich. Feuerwehrchef

Reinhard Ries, beteiligt an der Entwicklung des Hightec-Gerätes - Kosten: 200 000 Euro -, setzt vor allem bei Tunnelbränden auf den elektronischen Helfer. Während einer Übung hat der sein enormes Potenzial schon bewiesen und dank seines Hochleistungsventilators die verqualmte B-Ebene der Konstablerwache "innerhalb von fünf Minuten" (Reinhard Ries) in eine rauchfreie Zone verwandelt.

Bei Feuer im U-Bahntunnel soll der Roboter die Speerspitze des Einsatzes bilden. "Wir schicken den voraus und lassen ihn den Weg frei räumen", erläutert der Leitende Branddirektor. Die "Vorhut", die sich auch aus 300 Metern Entfernung noch fernsteuern lässt, saugt den Qualm ab und verbessert damit die Sichtverhältnisse für den Löscheinsatz. Durch den "gigantischen Nebel" (Ries), der pro Minute aus 500 Litern Wasser gespeist wird, senkt die Maschine die Temperatur am Brandort in kurzer Zeit von 1000 auf 150 Grad und schafft damit die Voraussetzung für das Vorrücken der Feuerwehr. "Tunnelbrände sind hoch kritisch, aber jetzt haben wir eine Chance", glaubt Reinhard Ries.