Kreisfeuerwehrverband Frankfurt am Main 1869 e.V.

„Unser Ziel heißt Innovation!“

Als der Brandschutz städtisch wurde

1869 wurde der Kreisfeuerwehrverband Frankfurt am Main gegründet

Eine Altstadtkatastrophe sorgte für einen schwungvollen Neubeginn und eine neue Organisation des Frankfurter Feuerwehrwesens. So kam es 1869 zur Gründung des Kreisfeuerwehrverbandes Frankfurt am Main, der in diesem Jahr mit einer Reihe von Festveranstaltungen sein 150 jähriges Bestehen feiert.

Frankfurt. Die Jahre 1866 und 7867 sollten zu großen Einschnitten in der Geschichte der Freien Stadt Frankfurt führen. Erst marschieren 1866 die Preußen ein und annektieren die Stadt. Ein Jahr später bricht am 14. August 1867 ein Feuer in der Fahrgasse aus und greift, durch starke Ostwinde angefacht, auf den Kaiserdom über. Der Bürgerfeuerwehr gelingt es auch wegen fehlender Mannschaftsdisziplin nicht, die altehrwürdige Krönungskirche vor den Flammen zu retten.

Doch die Katastrophe sorgt bei allem Schrecken für eine positive Wendung: Preußenkönig Wilhelm I. verspricht Hilfe für den raschen Wiederaufbau des Doms. Und in die Ära der Preußen, denen es bekanntlich nicht an Disziplin mangelt, fällt auch der Neustart der Feuerwehr: 1869 gründen sich Freiwillige Feuerwehren in den damals noch unabhängigen Gemeinden Niederrad und Oberrad, die sich zusammen mit anderen Wehren im Frankfurter Raum zum Kreisfeuerwehrverband zusammenschließen. Und im Jahr 1874 wird auch die neu gegründete Berufsfeuerwehr mit eingebunden.
150 Jahre später hat sich Stadtbrandinspektor Dirk Rübesamen zum Jubiläum noch einmal die preußisch anmutende Uniform eines Kommandanten angezogen und präsentiert im Römereingang eine noch mit Pferden gezogene Tragkraftspritze. „Ich richte herzliche Grüße von Preußenkönig Wilhelm I. aus, der leider heute Abend verhindert ist", scherzt er bei der Festrede im Römer.

850 Einsatzkräfte

Gesundheitlich verhindert ist zur Feierstunde auch Jürgen Maier, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Hilfsorganisationen (AFGH), die als Zusammenschluss der Feuerwehren, des Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerk und anderer Organisationen des Katastrophenschutzes in diesem Jahr immerhin auch ihr 30-jähriges Bestehen feiert. Der Kreisfeuerwehrverband besteht heute aus 850 Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr und 900 Kollegen der freiwilligen Feuerwehr in 28 Stadtteilen, davon rund 150 Frauen. Die Stadt investiert pro Jahr rund zwei Millionen Euro für die Standorte. Hinzu kommen vier Werkfeuerwehren, die Rettungshundestaffel und die Aktionsgemeinschaft „Kind im Krankenhaus“.

„Tag der Sicherheit“

Zu den Festveranstaltungen gehört der Tag der Sicherheit" am 1. Juni, den die Frankfurter Feuerwehren zusammen mit anderen Hilfsorganisationen und der Polizei von 10 bis 18 Uhr rund um den Römer und das Mainufer veranstalten. Mit von der Partie sind auch die Werksfeuerwehr des Frankfurter Flughafens, die Berufsfeuerwehr und das Aktionskomitee „Kind im Krankenhaus“.
Am 2. Juni startet ab 11.30 Uhr ab dem Reuterweg eine Fahrzeugparade Richtung Alte Oper. Anschließend läuft am Opernplatz bis 15 Uhr ein Rahmenprogramm mit einer Fahrzeugausstellung „Historie bis Moderne“. Am 24. November klingt das Festjahr mit einer Totenehrung auf dem Waldfriedhof Oberrad mit Kranzniederlegung am Ehrenmal aus.
In der Chronik sollte das Jahr 1910 zum nächsten Meilenstein werden: Frankfurt gemeindet elf Randgemeinden ein, die Stadt wächst auf 414576 Einwohnern und bekommt neue Einsatzkräften in Berufs- und freiwilliger Feuerwehr. Ein dunkles Kapitel ist das Jahr 1939, da die Feuerwehr in der Reichspogromnacht auf Befehl brennende Synagogen nicht löscht. Im Zweiten Weltkrieg setzt sie das Haus Wertheym unter Wasser, bewahrt es vor der Zerstörung und sichert vielen Frankfurtern den Fluchtweg zum Main.

In der Nachkriegszeit sind die Mannschaften so geschwächt, dass der Fortbestand der freiwilligen Feuerwehr gefährdet ist. Doch Bürgernähe, Ehrenamt und Jugendarbeit setzen sich durch. „Wer kann sich schon das Stadtteilleben ohne die Freiwilligen Wehren und ihren Einsatz bei den Festen vorstellen?“, fragt Rübesamen. „Eine Bewährungsprobe für alle Einsatzkräfte waren die Bombenentschärfungen im vergangenen Jahr", sagt Branddirektor Karl-Heinz Frank.

„Frankfurt wächst weiter, auch die Feuerwehren müssen sich der neuen Struktur anpassen", mahnt Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU). „Doch wir sind stark aufgestellt und müssen die Zukunft nicht fürchten“, ist Rübesamen überzeugt.